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„Nicht mehr Frieden, noch nicht Krieg“

  • 6. Aug.
  • 2 Min. Lesezeit

Einweisungs- und Aufbaulehrgang zu den Herausforderungen hybrider Kriegsführung und Grundlagen christlicher Friedensethik


Der schwer fassbare Zustand zwischen offener Feindseligkeit und friedlicher Koexistenz, meist als hybrider Krieg, manchmal auch als „gray zone aggression“ benannt, war einer der Schwerpunkte des diesjährigen friedensethischen Einweisungs- und Aufbaulehrgangs für Militärseelsorgerinnen und -seelsorger. Die Veranstaltung unter Leitung von Dr. Thomas Franz (Katholischen Militärbischofsamt, KMBA) wurde in diesem Jahr erstmalig vom neu gegründeten Institut für Frieden & Militärethik (IFME) durchgeführt.


  • Institutsdirektor Dr. Christian Braun mit Teilnehmenden aus der Katholischen Militärseelsorge
  • Viele Anregungen für den Lebenskundlichen Unterricht
  • Hörsaalleiter Heinrich Dierkes, (IFME) dankt dem Referenten Dr. Nathan Wood (r.)
  • Kristina Tonn (IFME) leitete mit Heinrich Dierkes die AG zum LKU
  • Teilnehmende und Organisationsteam vor dem Veranstaltungsort St.-Ansgar-Haus in Hamburg
  • Fazit: Ein Kurs mit viel inhaltlichem Input und angenehmer Arbeitsatmosphäre
  • Dr. Dr. Philipp Gisbertz-Astolfi diskutierte (rechts)ethische Probleme in bewaffneten Konflikten
  • Prof. Dr. Martin Ebner eröffnete neue Perspektiven auf Krieg und Frieden in der Bibel
  • Das fünfte Gebot: Argumentationsgrundlage für radikalen Pazifismus?
  • Dr. Thomas Schader, (r., IFME) mit Militärseelsorgern bei der Abschlussreflexion

Im ersten Teil der einwöchigen Veranstaltung bildeten erneut ganz „klassisch“ die Grundlagen zur Friedens- und Konfliktethik den Auftakt. Nach der traditionellen Begrüßung durch die Verantwortlichen von KMBA und IFME gehörte der Montag Prof. Dr. Martin Ebner. Wie bereits in den vergangenen Jahren besprach er mit den Teilnehmenden Textbeispiele aus verschiedenen Büchern des Alten und Neuen Testaments zum Thema Krieg, Gewalt und Frieden. Unter anderem ging er dabei auch auf Darstellungen von Soldaten im NT ein. 


Am Dienstagvormittag beschäftigte sich das Plenum mit den ethischen und rechtsethischenHerausforderungen des Krieges. Gewohnt anschaulich und mit vielen Beispielen aus aktuellen Konflikten illustrierte Dr. Dr. Philipp Gisbertz-Astolfi die komplexen Fragestellungen; dabei griff er auch thematische Anregungen der Teilnehmenden auf.


Das viel diskutierte ethische Konzept des „ius ad vim“, also ein Recht zur Gewaltanwendung unterhalb der Kriegsschwelle, behandelte am darauffolgenden Vormittag Dr. Christian Braun, der Leiter des Instituts für Frieden & Militärethik. In seiner Auseinandersetzung mit den Handlungsmöglichkeiten angesichts unterschwelliger Aggression und der sogenannten „hybriden Kriegsführung“ begründete er ausführlich, warum er dieses Konzept für nicht tragfähig hält. Bedingt durch kurzfristige krankheitsbedingte Absagen gestaltete Dr. Braunauch den Donnerstag- und Freitagvormittag – Ersteren gemeinsam mit Dr. Nathan Wood, Philosoph und Technikethiker an der TU Hamburg-Harburg, zu den Herausforderungen und Risiken von KI in Waffensystemen. 


Weitere Gelegenheit zur Beschäftigung mit friedensethischen Grundlagen, zur Vertiefung und Diskussion gab es in den nachmittäglichen AGs unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Trampota und Dr. Tomas Schader (Friedensethische Einführung) bzw. von Kristina Tonn und Heinrich Dierkes (Konkretes für den Lebenskundlichen Unterricht). In der Abschlussrunde zeigte sich, dass die offene Gesprächsatmosphäre und der fachliche Austausch von den Teilnehmenden sehr geschätzt wurden. Das geistliche und weltliche Rahmenprogramm trug das Seine dazu bei, dass die Veranstaltung – trotz der ersten Hitzewelle in Hamburg – erneut auf sehr positive Resonanz stieß.


Termine zum Vormerken: In den kommenden Jahren findet der Lehrgang vom 27.6. bis 2.7.2027 sowie vom 2. bis 7.7.2028 statt.

 

Rüdiger Frank

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